Rhododendron Pflegetipps

Der Rhododendron oder auch Rosenbaum genannt

Rhododendron hirsutum (Bewimperte Alpenrose)

Rhododendron hirsutum (Bewimperte Alpenrose) Vorsicht Giftig!

Der Rhododendron gehört zu den begehrtesten, immergrünen Ziersträuchern in unseren Gärten. Bereits im Frühling belohnt er uns mit seiner üppigen Blütenpracht. Auch wenn er recht pflegeleicht ist, sollten Sie einige Pflegetipps beachten. Der Rhododendron ist ein Heidekrautgewächs und umfasst ca. 1000 Arten. Davon gibt es 3 in Deutschland, 7 in Europa, 525 in Asien (vor allem in Japan), 25 in Nordamerika, 330 in Südostasien und 2 in Australien. In Afrika, Süd- und Mittelamerika gibt es keine Rhododendren. Auch die Azaleen wurden der Gattung der Rhododendren hinzugefügt.

Die in Deutschland heimischen Arten sind:

  • Rhododendron ferrugineum (Rostblättrige Alpenrose)
  • Rh. hirsutum (Bewimperte Alpenrose)
  • Rh. tomentosum (Sumpfporst)

Richtig pflanzen und den richtigen Standort wählen.

Der Rhododendron braucht einen lockeren, wasserdurchlässigen, kalkarmen, sauren und mit Humus angereicherten Boden. Die beste Pflanzzeit ist der Frühling von März bis Mai oder der Herbst von September bis November. Wählen Sie einen windgeschützten Standort imRhododendron richtig pflanzen Halbschatten. Ist die Luftfeuchte in Ihrer Region relativ hoch, dann darf es auch etwas sonniger sein. Ist der Standort zu schattig, dann fällt die Blüte nicht all zu reich aus und er wächst auch etwas spärlich.

Heben Sie die Pflanzgrube dreimal so groß wie der Wurzelballen aus. Dann Mischen Sie den Erdaushub 1:1 mit Humus. Achten Sie darauf, dass Sie den Rhododendron genauso tief wieder einsetzen wie er im Topf war. Sollten Sie zu tief gepflanzt haben, bekommt er Luftmangel und kann nicht richtig anwurzeln oder sogar absterben. Also lieber zu hoch eingepflanzt als zu tief. Die Erde nur ganz leicht antreten, da er einen lockeren Boden liebt. Eine Mulchschicht ist Ideal zur Vorbeugung von Temperaturschwankungen und zum Schutz vor dem Austrocknen. Wichtig ist, wenn Sie eine Mulchschicht aufgetragen haben, das Sie den Rhododendron regelmäßig düngen. Dazu schieben Sie den Mulch etwas beiseite. Sonst könnte ihr Rhododendron an Stickstoffmangel leiden und gelbe Blätter bekommen. Der Pflanzenabstand zu anderen Pflanzen sollte mindestens 1 m betragen, damit er sich prächtig entfalten kann. Bitte achten Sie beim regelmäßigen Gießen darauf, dass keine Staunässe entsteht.

Muss ich den Rhododendron Düngen?

Haben Sie den Rhododendron im Frühjahr gepflanzt? Dann düngen Sie ihn das erste mal nach ca. 2 Wochen. Haben Sie im Herbst gepflanzt? Nehmen Sie die erstRhododenron düngene Düngung im Frühjahr vor. Dazu eignet sich Kaffeesatz, Laub und Kompost. Der Kaffeesatz hat neben seinen Eigenschaften als Dünger auch noch den Vorteil das er den ph-Wert des Bodens senkt. Gut eignen sich auch Hornspäne die sich nur langsam abbauen.

Düngen sie nicht direkt am Stamm, sondern lassen Sie etwas Abstand. Sollten Sie Kaffeesatz verwenden, dann müssen Sie diesen vorher in der Sonne trocknen, da er sonst schnell zur Schimmelbildung neigt. Der beste Zeitpunkt zum Düngen ist der April. Die Grundmenge an Dünger sollte etwa 50gr. pro m² betragen.

Ist der Rhododendron giftig?

Alle Teile der Pflanze, also auch Blütenpollen und Nektar, sind giftig. Die giftige Substanz ist das Acetylandromedol (Andromedotoxin s, Grayanotoxin I). Es bewirkt Krampfanfälle, einen Blutdruckabfall bis hin zu Herz- und Atemstillstand. Es kann zu Lähmungserscheinungen, Erbrechen und Durchfall kommen. Auch Schwindel und Halluzinationen sind möglich.

Das Gift ist nicht nur für den Menschen sondern auch für Tiere giftig. Auch die Granyanotoxin-Konzentration im Honig stellt ein Risiko dar. Von einem Verzehr ist abzuraten. Es gibt Vergiftungsfälle durch Grayanotoxine in Rhododendron-Honigen aus der türkischen Schwarzmeerregion.  Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Immer wieder sind auf einigen Datenbanken und Internetseiten einige heimische Arten als ungiftig bezeichnet z.B.: Rh. hirsutum (Bewimperte Alpenrose). Alle Alpenrosenarten sind giftig. „Die Giftpflanzen Deutschlandsvon Dr. P. Esser“ , Giftzentrale Bonn . Auch der Rhododendron ferrugineum (Rostblättrige Alpenrose) ist giftig. Er wurde von der BGA-Kommission-E Negativ eingestuft. BGA-Kommission-E-Monographien. Also Vorsicht vor Tipps zur Verwendung als Heilkraut. In der Medizin wird es in geringen Dosierungen als Rheumasalbe verwendet. Passen sie gut auf Ihre Kinder und Haustiere im Garten auf, denn der Rhododendron ist eine sehr giftige Pflanze und nur kleine Mengen reichen für eine Vergiftung aus.

Muss ich meinen Rosenbaum schneiden?

Roten Rhododendron nicht schneiden.

Rot blühende Rhododendren nicht schneiden. Einige Sorten treiben nicht wieder aus.

In der Regel müssen Sie Ihren Rhododendron nicht schneiden, da er sich von selbst gut formt. Sollten Sie dennoch der Meinung sein er ist aus der Form geraten, dann können Sie ihn nach der Blüte ein wenig schneiden. Tote Zweige schneiden Sie direkt bis zur Basis zurück.

Natürlich können Sie auch einen Radikalschnitt durchführen. Der Rhododendron treibt an der Schnittstelle neu aus. Einen radikalen Schnitt sollten Sie im März durchführen und mindestens 50cm stehen lassen. Es dauert dann ein paar Jahre bis er eine buschige, kompakte Form erreicht hat.

Rot blühende Rhododendren sollten Sie nicht zurückschneiden, denn dieser treibt nicht wieder aus. Vergessen Sie nach einem Schnitt nicht gut zu wässern und zu düngen. Bei jungen Pflanzen kann man die verwelkten Blüten vorsichtig ausbrechen. So werden nicht erst Samenkapseln gebildet. Die ganze Kraft geht dann in den mehrfachen Neuaustrieb. Sollte mal ein Wildtrieb gewachsen sein, dann entfernen Sie diesen komplett. Gut ist er daran zu erkennen das er viel stärker wächst und weiße Blüten trägt.

Krankheiten und Schädlinge bekämpfen

gleichmäßig gelbe Blätter

Sticksoffmangel ist erkennbar an gleichmäßig gelb gefärbten Blattpartien.

Stickstoffmangel

Stickstoffmangel erkennt man an gleichmäßig gelben oder hellgrünen Verfärbungen der Blätter.

Die Blätter fallen vorzeitig ab und es bilden sich nur wenig Blütenknospen.

Gegenmaßnahme:

Sofort düngen. Rhododendrondünger oder Hornspäne.

Dünger nur auf der Oberfläche anwenden. Nicht in die Erde einarbeiten.

 

Knospenfäule (Rhododendronzikade)

Hierbei handelt es sich um einen Pilz der durch die Rhododendronzikade übertragen wird. Die Blütenknospen sind abgestorben und haben kleine stecknadelförmige schwarze Härchen.Rhododendronzikade Im Herbst legt die Rhododendronzikade die Eier in den Knospen ab und überträgt den Pilz auf die Knospe

Gegenmaßnahmen:

Bis Ende April abgestorbene Knospen mit Pilzbefall herausbrechen und über den Hausmüll entsorgen. Nicht im Garten belassen oder auf dem Kompost entsorgen, denn im Mai schlüpfen aus diesen Knospen die Larven der Rhododendronzikade.

Fungizide helfen bei diesem Schadbild nicht. Vorbeugen können Sie im Sommer mit Gelbtafeln. Beachten Sie das an Gelbtafeln auch nützliche Insekten kleben bleiben.

Netzwanzenbefall

Andromeda-Netzwanze, Rhododendron Schädling, Stephanitis takeyai

Andromeda-Netzwanze, Stephanitis takeyai

Es gibt drei Netzwanzenarten, die Sie auf Ihrem Rhododendron finden können. Stephanitis rhododendri, Stephanitis oberti und die Andromeda-Netzwanze, Stephanitis takeyai. Alle drei Arten sind sich sehr ähnlich und können auf die gleiche Weise bekämpft werden. Steht Ihr Rhododendron zu warm und sonnig ist es der ideale Platz für die Netzwanzen.

Auf der Blattoberseite sind helle oder auch gelbliche Sprenkelungen zu sehen. Hierbei handelt es sich um Saugschäden der Netzwanze. Auf der Blattunterseite gibt es rötlich braune Flecken. Es handelt sich um schorfartige Kotspuren der Netzwanze. Ab August legen die Netzwanzen Eier in das Blattgewebe. Bevorzugt in der Nähe der Blattader und verschließen nach der Eiablage die Brutstätte mit Kot. Die Blätter rollen sich bei starkem Befall ein, verwelken und fallen ab.

Gegenmaßnahmen:

Rhododendron Schädling Netzwanze

Starker Netzwanzenbefall erkennbar.

Standort beachten! Nicht zu warm und sonnig. Entfernen Sie alle beschädigten Blätter. Auf Öl basierendes Spritzmittel wie Spruzit Schädlingsfrei verwenden. Es wirkt auf die erwachsene Netzwanze und auf alle Ei-Stadien. Besprühen Sie in den frühen Morgenstunden oder am Abend die Blattober- und Unterseite gründlich, bis es von den Blättern tropft. Wöchentlich Wiederholen.

Spruzit enthält Rapsöl und Naturpyrethrum. Es ist im Bioanbau zugelassen und nicht bienengefährlich. Achten Sie auf den Stickstoffgehalt Ihres Rhododendrons. Ein zu hoher Stickstoffgehalt fördert einen Netzwanzenbefall.

Blattfleckenkrankheit

Es gibt über 20 verschiedene Pilzarten, die eine Blattfleckenkrankheit verursachen können. Erkennen können Sie die Blattfleckenkrankheit an unterschiedlich großen schwarzen oder braunen Flecken. Es kann auch nur der Rand der Blätter betroffen sein. Welcher Pilz genau sich eingenistet hat, kann nur ein Fachmann mithilfe eines Mikroskops bestimmen. Die Infektion tritt meist von April bis Ende September auf. Begünstigt wird Sie durch feuchtes Wetter oder einen falschen Standort.

Gegenmaßnahmen:

Blattfleckenkrankheit bekämpfen

Blattfleckenkrankheit

Entfernen Sie alle befallenen Blätter. Entsorgen Sie die Blätter im Hausmüll um eine weitere Ausbreitung im Garten zu verhindern. Auch abgefallene Blätter aufsammeln und entsorgen. Kontrollieren Sie den Standort, denn dieser sollte nicht zu schattig und feucht sein. Halten Sie den Pflanzenabstand von mindestens 1 m ein. Behandeln Sie die Blattfleckenkrankheit schon beim Auftreten von kleineren Flecken, um die weitere Ausbreitung und die Übertragung auf andere Pflanzen im Garten zu verhindern. Die Sporen werden durch Wind und Feuchtigkeit weiter getragen.

Haben Sie alle befallenen Pflanzenteile entfernt? Dann beugen Sie den weiteren Befall mit Frischmilch vor. Die Pflanze komplett mit der Frischmilch einsprühen, auch die Blattunterseiten nicht vergessen. Nach 14 Tagen wiederholen. Sollte dies nicht ausreichen, dann müssen Sie Wohl oder Übel zum Fungizid greifen, da die Pilze sehr hartnäckig sind. Achten Sie bei der Auswahl des Fungizides auf den Hinweis „nicht bienengefährlich“. Setzen Sie das Fungizid nur ein, wenn das Entfernen der befallenen Pflanzenteile und das Spritzen mit Milch nicht geholfen hat.

Dickmaulrüssler

Der Nachtaktive Dickmaulrüssler frisst am Blattrand beginnend kleine runde Stücke aus den Blättern. Da er nachts Ihren Rhododendron anfrisst und sich tagsüber versteckt, bekommen Sie ihn nicht so häufig zu sehen. Sollten Sie den Verdacht auf einen Rüsselkäferbefall haben, dann gehen Sie doch einmal nachts mit der Taschenlampe auf die Suche. Sie werden ihn sicher beim Fressen an Ihrem Rhododendron finden. Der Dickmaulrüssler ist grau und ca. 1 cm lang. Die Gefahr, dass Ihre Pflanze von den Fraßschäden zerstört wird, ist nur sehr gering. Viel gefährlicher sind die Larven des Dickmaulrüsslers. Die Larven des Käfers befinden sich in der Erde und fressen gern die Wurzeln des Rhododendrons. Bodenpilze können so leichter Ihren Rhododendron befallen und verursachen die Verticillium-Welke.

Gegenmaßnahmen:

Dickmaulrüssler müssen von Hand abgelesen werden. Da die Käfer aber meist nur nachts zu finden sind, wird es nicht leicht. Legen Sie feuchte Bretter unter Ihren Rhododendron. Die Käfer verstecken sich an der Unterseite der Bretter und können morgens bequem abgesammelt werden. Die Larven können Sie am besten mit Nematoden bekämpfen. Nematoden können Sie im Gartencenter kaufen oder bestellen. Die Behandlung mit Nematoden (Fadenwürmer) sollte von August bis September erfolgen. Die Nematoden zerstören die Larven des Dickmaulrüsslers innerhalb von wenigen Tagen.

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