Der Hibiskustee und seine besondere Wirkung.

Welcher Hibiskus ist für Tee geeignet ?

Hibiskustee, Malventee Wirkung

Hibiscus sabdariffa L. wird zur Herstellung von Hibiskustee verwendet

Für den sehr gesunden Hibiskustee werden nicht die Blüten, sondern die kräftig roten Blütenkelche der einjährigen afrikanischen Malve Hibiscus sabdariffa L. (Roselle) verwendet. Hibiscus sabdariffa L. ist auch unter dem Namen Sabdariff-Eibisch oder Karkade (arabisch) bekannt. Er hat nur wenig mit unserem einheimischen Gartenhibiskus/Roseneibisch gemeinsam. Es handelt sich um eine schnell wachsende, eher krautige Pflanze. Sollten Sie ihn selber ziehen, dann erhoffen Sie sich keinen dichten Hibiskusstrauch. Sein Aussehen erinnert mehr an ein Kraut mit dünnen Stängeln. Für den Tee werden nicht die ganzen Blumenblüten, sondern nur die Blütenkelche verwendet. Nach dem Verblühen der Blume bauscht sich der Kelch auf und wird 5-6 Mal größer. Er bekommt einen saftigen und fleischigen Geschmack. Gesammelt werden die Blütenkelche erst, wenn die Früchte reif sind.

Die Blüten sind ca. 7 cm groß und meist cremefarbig mit dunkelroter Mitte. Hibiscus sabdariffa ist nicht winterhart. Sie können seine Lebenszeit jedoch verlängern, wenn Sie ihn im Kübel pflanzen und sobald es kühler wird mit ins Haus nehmen. Die Blütezeit ist von Juli bis September. Die Pflanze mag es sehr warm und sonnig. Bei guter Pflege kann der Hibiskus sabdariffa eine Höhe von 3 m erreichen. Kaufen Sie für die Zubereitung des Hibiskustees keine Teebeutel, sondern die geschnittenen Blütenkelche. Am besten in der Apotheke oder über das Internet. Die besonderen Inhaltsstoffe in den Blütenkelchen des Hibiscus sabdariffa sind Apfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Pektine, Schleimpolysaccharide, Polyphenolsäuren, Flavonoide, Anthocyanine und Vitamin C.

Der Hibiskustee und seine sagenhafte Wirkung

  1. Drei Tassen Hibiskustee täglich verringern die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senken den Blutdruck. Durch seine entzündungshemmende Wirkung ist er in der Lage den Blutdruck um 10 Punkte zu senken. Beide Werte gleichermaßen systolisch und diastolisch bei drei Tassen Hibiskustee täglich. Nachgewiesen in einer Studie 2009 von „Dr. Diane McKay der Jean Mayer USDA Nutrition Research Center on Aging, Tufts University Boston„. 
  2. Hibiskustee hat eine Entwässernde Wirkung. Ödeme werden aus dem Körper geschwemmt und somit ebenfalls der Blutdruck gesenkt.
  3. In einer Studie 2009 fand man heraus, dass der Hibiskustee bei Diabetes II die Blutzuckerschwankungen verringert. Triglycerid- und LDL-Cholesterinspiegel werden gesenkt.
  4. Bei bestimmten Formen der Leukämie kann Hibiskustee den programmierten Zelltod einleiten. Eine Studie aus dem Department and Institute of Biochemistry hat diese Wirkung nachgewiesen. Bei Brustkrebs und Lungenkrebs ebenso. Durch die Aktivierung von p53 und AIF wird der Zelltod (Apoptose) der Tumorzellen eingeleitet. Hier kommt aber nicht der Tee zum Einsatz, sondern Extrakte aus der Hibiskushaut. Studie alternative Anti-Krebs-Medikamente. Auch bei Hautkrebs ist Hibiskusextrakt therapeutisch wirksam. Erforscht 2016 Antitumoral Effect of Hibiscus sabdariffa.
  5. Hibiskustee beugt Netzhauterkrankungen vor z.B.: altersbedingte Makuladegeneration. Nachgewiesen in einer Studie 2017 Disruption of Angiogenesis by Anthocyanin-Rich Extract.
  6. Hibiskus sabdariffa Extrakt hat einen Anti-Fettsucht-Effekt, denn er verhindert die Entwicklung von Adipositas (Fettleibigkeit) und kann zur Behandlung der Symptome von Adipositas eingesetzt werden. Studie 2016 Polyphenolic extract from Hibiscus sabdariffa reduces body fat.
  7. Sollten Sie Medikamente einnehmen, dann informieren Sie Ihren Arzt darüber, dass Sie Hibiskustee trinken. Es gibt Medikamente die bei gleichzeitigem Trinken von Hibiskustee eine toxische Wirkung verursachen können z.B.: Erlotinib (Toxicity Induced by Hibiscus Tea in a Patient Treated with Erlotinib)
  8. Schwangere sollten keinen Hibiskustee trinken, denn er senkt den Östrogenspiegel und fördert die Durchblutung der Gebärmutter.

Anbau des Hibiscus sabdariffa L.

Für Getränke verarbeitet man den Hibiscus sabdariffa. Das ist eine einjährige Strauchpflanze, die eine Höhe von dreieinhalb Metern erreichen kann. Der Stängel und die Blätter haben eine grüne Farbe, in der sich ein Hauch von rot widerspiegelt. Auch können diese scharlachroten Blumen mit ihren dicken Blütenblättern bis zu einem Durchmesser von 5-7 cm heranwachsen. Diese Hibiskusart ist vor allem im Sudan verbreitet, wird aber auch in Ägypten, auf Java, in Ceylon, in Mexiko, in Thailand und in China in großen Mengen gepflanzt.

Die frischen und fleischigen Blumenkelche werden von Hand gesammelt, noch ehe die Fruchtkapsel austrocknet und sich öffnet. Im Sudan und in China schneidet man mit einer Gartenschere nur die reifen Blumenkelche ab. Der Blumenstiel und die unreifen Kelche bleiben dagegen unversehrt. Auf diese Weise können alle 10 Tage die Blumenkelche geerntet werden. Anschließend müssen in reiner Handarbeit die Blumenkelche von den Samenkapseln getrennt werden, um so die Kelche auf natürliche Weise trocknen zu können. Dabei sollten sie vor den direkten Sonnenstrahlen geschützt werden, da dies unverzüglich zur Minderung der Qualität führen würde.

Wie wird der Hibiskustee richtig zubereitet?

Zu diesem Thema gibt es unterschiedliche Meinungen.

Die meisten bereiten Hibiskustee wie gewöhnlichen Tee zu. Dabei geben Sie 1-2 Teelöffel getrocknete Blütenkelche in gekochtes Wasser und lassen ihn 10-15 Minuten ziehen. Dabei sollten Sie besonders auf das Geschirr achten, in dem der Tee zubereitet wird. Am Besten verwenden Sie Glas, Porzellan oder Emaille, da sich der Geschmack und die Farbe des Tees verändern kann, wenn der Hibiskustee mit Metall in Berührung kommt. Auf keinen Fall sollten Sie den Tee kochen lassen, denn dabei spalten sich die färbenden Stoffe, und der Tee nimmt eine graue Farbe an. Der Hibiskustee kann sich auch grünlich verfärben, wenn man zur Vorbereitung ein zu hartes Wasser verwendet.

Manche sind der Meinung, der Hibiskustee sollte gekocht werden. Man nimmt also 1-2 Teelöffel von den getrockneten Blütekelchen und legt sie in kaltes Wasser. Dieses Wasser erhitzt man und lässt es 3-5 Minuten kochen. Beim Kochen färbt sich das Wasser scharlachrot und erhält den typischen süßsauren Geschmack. In das kochende Wasser sollten Sie etwas Zucker geben, da sonst der Hibiskustee zu sauer wird.

In einem Punkt sind aber alle einer Meinung: Um ein schönes und geschmackvolles Getränk zu bekommen, nimmt man nicht weniger als einen Teelöffel pro Tasse, am Besten aber zwei.

Ob man den Tee heiß oder kalt trinken möchte, muss jeder selbst entscheiden. Beide Varianten schmecken hervorragend. Gesund sind auch die gekochten Blütekelche. Sie werden einfach so gegessen, weil sie viele Nährstoffe, und vor allem Eiweiße, enthalten. Der Einweißgehalt liegt bei 7,5 % – 9,5 % und enthält 13 Aminosäuren, von denen 6 für den menschlichen Körper unentbehrlich sind. Außerdem findet man bei der Teeanalyse Polysaccharide, zu denen auch die Pektine zählen, die für die Ausscheidung von Pestiziden und Schwermetallen aus dem Darm nützlich sind.

Die getrockneten Hibiskuskelche aus Ägypten sollen dem Hibiskustee einen edlen Geschmack geben und werden von Liebhabern dieses Getränkes bevorzugt. Auch Kleopatra hat angeblich Karkade gerne getrunken und zusätzlich dieses Getränk noch als Balsam für Körper und Seele verwendet. Sie hat in Karkade gebadet. Die Menschen waren damals der Meinung, die Haut würde eine schöne Kupfertönung bekommen. Diese Tönung war das favorisierte Schönheitsideal, deshalb folgten viele Frauen dem Beispiel Kleopatras.

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