Die große Kapuzinerkresse „Tropaeolum majus“

Was ist Kapuzinerkresse?

Die Kapuzinerkresse ist ein ganz besonderes Gewächs. Sie kommt aus Mittelamerika. Diese Pflanze bevorzugt ein gemäßigtes Klima umKapuzinerkresse Blüte orange wachsen zu können. Auffallend sind die runden Blätter, die diese Heilpflanze trägt. Hinzu kommen in der Blütezeit viele leuchtende Farben ins Spiel, die jeden Gärtner staunen lassen. Auch außergewöhnlich gestaltet ist die Blüte, weil sie am unteren Ende eine leicht gekrümmte Spitze, ähnlich einer Mönchskapuze besitzt. Daher rührt auch die Bezeichnung dieser Pflanzengattung. Das dornähnliche Gebilde am unteren Teil der Blüte gibt ihr den Namen Kapuzinerkresse.

Kapuzinerkresse DornInteressant ist diese Pflanze für jeden Hobbygärtner in ihrer Gesamtheit. Denn viele wissen gar nicht, dass man neben der bunten Blüten auch die runden Blätter essen kann. Wegen ihrer unverkennbaren Wuchsform und der vielseitigen Anwendungen und Eigenschaften wurde die „Große Kapuzinerkresse“ im Jahr 2013 nicht ohne Grund zur Arzneipflanze gekührt. In der Naturheilkunde ist diese Schönheit beliebt, weil sie viele wertvolle Inhaltstoffe enthält, die man  vielseitig einsetzen kann. Die Wirksamkeit und die daraus resultierende Heilkraft ist bewiesen und wird seit vielen Jahren erfolgreich angewandt. Wenn es regnet oder Sie die Pflanze gießen fällt auf, dass die Blätter wasserabweisend sind.

Was ist von der Kapuzinerkresse essbar?

Man die Knospen, die runden Blätter und vor allem die Blüten essen. Die Blätter sind in ihrem GeschmackKapuzinerkresse gelbe Blüte schärfer als die Blüten. Die Knospen lassen sich prima einlegen und finden sich neben Blatt und Blüte im Salat gerne wieder. Sie dienen als Kapernersatz. Eingelegt werden die Knospen dazu in eine Essig-Salzlake. Die Blüten haben eine geringere Schärfe und passen deswegen auch gut zu Süßspeisen aller Art, weil diese einen hohen dekorativen Effekt haben und reich an Vitamin C sind. Durch den Inhaltstoff Senfölglycosid entsteht der scharfe aber angenehme Geschmack. Die frischen Samen kann man auch essen.

Welche Sorten kann man essen?

Hummel KapuzinerkresseIch bevorzuge selbst u.a. die große Kapuzinerkresse. Andere Zuchtformen in verschiedenen Farben sind auch für den Verzehr geeignet die ich Ihnen weiter unten ausgesucht habe. Ich selbst habe diese ausprobiert und kann Ihnen diese Sorten bestens empfehlen. Der Rest der bekannt ist, wird als Zierpflanze kultiviert.

Lediglich die „knollige Kapuzinerkresse“ Tropaeolum tuberosum wird in Südamerika als Nutz- und Nahrungspflanze angebaut. Von der knolligen Kapuzinerkresse ist die Knolle essbar. Die Gattung der „kanarischen Kapuzinerkresse“ Tropaeolum peregrinum wächst und gedeiht nur als Zierde in den Gärten.

Wo wächst die Kapuzinerkresse am besten?

Die Kapuzinerkresse entfaltet sich meist nur in gemäßigten Klimazonen. Die Pflanzen sind einjährig und nicht winterhart. Zur neuenDie Blätter sind wasserabweisend. Saison müssen auch neue Pflanzen gezogen werden. Finden Sie keinen Platz in der Sonne, ist auch das nicht weiter schlimm. Die Kapuzinerkresse mag es auch schattig und gedeiht auch dort wo wenig Sonne hinkommt reichlich. Ein gutes Bild gibt diese Heilpflanze auch als Kletterpflanze ab.

Eine Höhe von gut 60 – 80cm werden hier leicht erreicht. Säen Sie die Samen einfach so in die Erde ohne Rankhilfe aus, stellt das auch kein Problem dar. Kriechend kommt die Pflanze auch zurecht. Der Boden sollte nährstoffreich sein, was sich auch mit der Blütenvielfalt zeigen wird. Düngen kann man, muss man aber nicht. Gießen ist bei Dürre wichtig. Ein Austrocknen des Bodens ist zu vermeiden.

Vorziehen oder direkte Aussaat?

Vorziehen

Wer es nicht abwarten kann bis der Boden im Garten wärmer ist, der kann auch zu Hause in Schalen vorziehen. Ich bevorzuge dasKapuzinerkresse Vorziehen Vorziehen an einem warmen Ort daheim. Sind die Pflänzchen mit 15 – 20cm groß genug, können Sie diese ins Freie an gewünschter Stelle einpflanzen. Die Keimzeit dauert zwischen 1 – 3 Wochen. Für das Vorziehen genügt einfache Pflanzenerde, diese verteilen Sie in Schalen. Die Samen ca. 1 – 2cm tief darin aussäen. Leicht angelockerte Erde darüber geben. Jetzt feucht, hell und warm bei 18 – 20 Grad halten. Decken Sie ggf. die Schalen mit einer durchsichtigen Folie ab, so wirkt es wie ein kleines Gewächshaus.

Direkte Aussaat

Sie können auch direkt ins Freiland aussäen und müssen nicht unbedingt vorziehen. Wenn Sie im Vorjahr schon eine Stelle mit Kapuzinerkresse im Garten hatten und sich die Samen ausbilden und reifen konnten, wächst an Ort und Stelle wieder von selbst Kapuzinerkresse. Vorausgesetzt einige Samen haben den kalten Winter überdauert. Normal aussäen können Sie die Samen ab Ende April nach den letzten Spätfrösten. Vereinzeln Sie die Jungpflanzen bitte im Monat Mai in Abständen von 30-40cm, damit diese genug Platz haben.Samen der Kapuzinerkresse

Wie sehen die Samen aus?

Die Kapuzinerkresse bildet zum Ende der Blütezeit sogenannte Spaltfrüchte. Bezeichnen kann man diese auch als Gliederschoten, Gliederhülsen oder Bruch- und eben Spaltfrüchte. Die Früchte zerfallen nach dem Reifeprozess in mehrere Teile. In jedem Teil steckt ein Samenkorn.

Wo bekomme ich die Samen her?

Samen gibt es in jedem gut sortierten Gartenfachmarkt. Sie können aber auch selbst Samen an Ihren Pflanzen ernten. Sie dürfen deshalb Ihre Pflanzen nicht schneiden und müssen auch die Blüten an der Pflanze verblühen lassen. Dann können die Samen eine Zeit lang ausreifen. Die Samen bilden sich an der Stelle, wo einst die Blüte Ihre Schönheit zeigte. Der Reifepunkt ist dannSamen der Kapuzinerkresse erreicht, wenn die Samen selbst von der Pflanze fallen. Sammeln Sie diese schnell vom Boden auf und lagern Sie diese trocken. Sie können nicht warten? Dann ernten Sie die Samen einfach von der Pflanze. Hier sollten die Samen beim Anfassen leicht abgehen. Müssen Sie zu sehr ziehen, dann ist natürlich der Samen noch nicht reif.

Lagerung der Samen

Vor dem Lagern bis zur nächsten Saison, müssen Sie die Samen für eine paar Tage an der Luft zu Hause trocknen. Eine Woche dürfte reichen, dann ist soviel Wasser verdunstet, dass die Samen nicht schimmeln können. Jetzt nehmen Sie sich Plasteschalen mit Deckel zur Hand und können darin Ihre Samen lagern. Alternativ tut es auch eine Papiertüte. Hier wird Wasser zusätzlich auch noch aufgesaugt.

Warum blüht die Kapuzinerkresse nicht?

Schwarze Blattläuse

Es kann daran liegen, dass Sie die Pflanzen überdüngt haben. Denn die Kapuzuinerkresse kommt eher ohne Dünger gut zurecht. Ein ungünstiger Standort mit zu wenig Sonne könnte auch die Ursache sein. Zu viel Wasser wirkt sich auch negativ auf die Blüte aus. Zu wenig auch. Hier sollte man aufpassen und ein gutes Mittelmaß finden. Auch können schwarze Blattläuse die Pflanzen stark befallen haben. Denn die Kapuzinerkresse steht im Speiseplan dieser Blättläuse auf Platz eins. Einen Vorteil hat der Befall aber doch. Andere Pflanzen in der Nähe werden dann gar nicht oder weniger von schwarzen Blattläusen heimgesucht. Wer seine geliebten Pflanzen schützen möchte, pflanzt einfachLarvenstadium Marienkäfer Kapuzinerkresse daneben.

Was hilft gegen schwarze Blattläuse?

Gut bewährt hat sich Brennesseljauche und die Larven von Marienkäfern. Auch Florfliegen vertilgen Blattläuse gerne. Kieselpulver, sogenanntes Kieselgur wirkt als Insektizid und ist vielseitig verwendbar. Kieselgur ist ein Biozid und u.a. im Onlinehandel erhältlich.

Welche Inhaltstoffe stecken in der Kapuzinerkresse?

Hauptsächlich beinhaltet diese Pflanzenart Senföle, sogenannte Benzylglucosinolate. Die Pharmaindustrie zielt speziell auf diese Benzylsenföle ab und stellt daraus verschiedene Mittel her. Denn unser Körper ist in der Lage sehr schnell diese Öle aufzunehmen. Egal ob gegen gefährliche Viren, Bakterien oder Pilze, die Wirksamkeit ist bewiesen und findet eine breite Anwendung. Auf Schleimhäuten und der Haut wirkt die Einnahme von Kapuzinerkresse reizend. Enthalten sind weiter Antioxidantien, Vitamin B und C, natürliche Farbstoffe, Phosphor, Schwefel, Eisen, Magnesium und auch Kalium.

Kapuzinerkresse Heilwirkung als Ersatz für Antibiotikum?

Kapuzinerkresse vs. Antibiotikum ist schon bald Realität. Wissenschaftler arbeiten daran. Denn schon jetzt ersetzen die natürlichen Wirkstoffe der Kapuzinerkresse einige unnötige Einnahmen von überflüssigen Antibiotika. Ein wichtiges Anwendungsgebiet der Arzneipflanze und deren Wirkstoffe sind Erkältungskrankheiten. Das Abhusten wird enorm erleichtert und Harnwegsinfektionen klingen mit der Einnahme recht schnell ab. Außerdem wird die Durchblutung angeregt. Sie wirkt auf unsere Abwehrkräfte zusätzlich stimulierend. Der Verzehr bewirkt ein Abklingen von Schmerzen sogar im ganzen Körper. Kapuzinerkresse wirkt antibiotisch und schmerzstillend.

Verwendung in der Küche

Alle Teile, die man essen kann, schmecken wie Pfeffer, Meerrettich oder Radieschen. Verwenden können Sie das Kraut zum Grillen von Fleisch und als frische Zutat in vielen bunten Salaten. Besonders gut schmeckt Kapuzinerkresse zu Kartoffelsuppe und Kartoffelgerichten. Der beste Geschmack und die Wirksamkeit entfalten sich frisch geerntet und verzehrt. Normales Einfrieren ist keine gute Idee. Dann gehen sämtliche Inhaltstoffe verloren und werden zerstört. Lediglich die Industrie ist in der Lage mit dem nötigen Schockfrostverfahren die wertvollen Inhaltstoffe zu erhalten.

Rezepte mit Kapuzinerkresse

Ganz klar, das Auge isst immer mit. Um so besser, wenn man die Dekoration auch noch essen kann und diese gesund ist.

Kapernersatz

Noch nicht ausgereifte Samenkapseln pflücken und in Glas geben. Mit Salz bedecken und kräftig schütteln. Das Glas eine Woche im Kühlschrank stehen lassen. Die Kapern gründlich waschen um das Salz zu entfernen. Wieder in das Glas füllen. Weinessig aufkochen das Glas befüllen bis die Kapern bedeckt sind. Das Glas verschliessen und für zwei Wochen in den Kühlschrank stellen. Fertig ist ihr Kapernersatz.

Kräuterquark

Kräuterquark mit den gewünschten Kräutern mischen. Kapuzinerkresseblätter fein hacken mit untermischen. Salzen und pfeffern.

Weitere Rezepttipps

Kapuzinerkresse Pesto

Kapuzinerkresse Butter

Cremesuppe mit Kapuzinerkresse

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