Der Allrounder – Die Kartoffel !

Ob große oder kleine Kartoffel, diese Knolle hat es in sich

Diese Nutzpflanze bietet Genuss nicht nur in großer Vielfalt, sondern enthält reichlich Ballaststoffe, Kohlenhydrate als auch wichtigesVor Licht schützen! Vitamin A, B und C. Des Weiteren reiht sich in die Inhaltstoffliste auch Kalium und sehr wertvolles, natürliches und hochwertiges Eiweiß ein. Satt, als Hauptbeilage zum Gericht macht die Kartoffel auf jeden Fall, auch wenn Fett und Kalorien wenig enthalten sind. Sehr gesund und schonend zubereitet im heißen Nass mit etwas Salz, sind die sogenannten Pellkartoffeln. So bleiben alle im Inneren befindlichen Stoffe erhalten und werden nicht ausgeschwemmt oder zerkocht und somit zerstört. Die Schale hält alles beisammen!

Die Verwendung der Kartoffel ist fast unendlich

Auf dieses Gemüse verzichten in Deutschland nur wenige. Kein Wunder, denn die Kartoffel findet eine breite Anwendung in der Küche. Grob geschätzt werden circa 70 Kilo pro Kopf im Jahr verspeist. Allerdings, und das wissen Sie bestimmt selbst, ist der größte Prozentsatz stehend für Pommes frites oder Chipskreationen aller sich vorstellbarer Varianten. Dennoch ist die Kartoffel gar nicht langweilig, sie kann viel mehr! Für die Zubereitung sind die drei Grundsorten von Bedeutung. Es gibt die mehlig kochende, die vorwiegend festkochende und die festkochende Sorte.

Welche Sorte für welche ZubereitungFestkochende Sorte verwenden!

Es gibt viele verschiedene Sorten. Aber erst einmal kurz zu den drei bekannten Graden. Die mehlig kochende Kartoffel findet Anwendung bei der Zubereitung von Kartoffelpüree, Teige aller Art und Kartoffelsuppe mit Wiener Wurst drin. Wie die Bezeichnung erkennen lässt, kocht diese Sorte mehlig aus und zerfällt nach der Kochzeit sehr leicht. Die Sorte mit der vorwiegend festkochenden Eigenschaft eignet sich bestens als Pellkartoffel, bekannt noch aus Omas Zeiten. Die normalen Salzkartoffeln, die ein jeder Liebhaber kennt, gehören mit dazu. Denn hier ist recht viel Stärke enthalten. Unter Verwendung der festkochenden Sorten lassen sich herrliche Bratkartoffeln oder bunte Salate zum Angrillen der Gartensaison mit dieser Knollenfrucht zaubern. Der Pluspunkt hier, es behält jede Scheibe seine Form. Denn hier ist nur wenig Stärke enthalten.

Supermarkt oder eigener Anbau

Eigener Bio-Anbau ist immer besser als der Kauf im Supermarkt! Warum? Hier werden die Kartoffeln meistens falsch gelagert. DasKeimende Kartoffel. erkennen Sie an keimenden Kartoffeln. Dann war es den Knollen zu warm. Erkennen Sie auch einige grüne Stellen? Dann wiederum haben die Knollen zu viel Licht abbekommen. Hier wird es dann schon für die eigene Gesundheit dünn. Grün bedeutet Solanin! Und das ist gesundheitsschädlich. Solanin ist ein Gift.

Erste Vergiftungserscheinungen treten ab 45 mg / 100 g Kartoffeln auf. Symptome sind ein brenndendes Gefühl in der Halsgegend, Kopfweh und Erbrechen. In schweren Fällen kommt es zu Krampfanfällen, Durchfällen, Gehirnödeme (Benommenheit) bis hinreichend zum komatösen Zustand. Gegenmaßnahmen: Erbrechen herbeiführen und sofort zum Arzt! Bei Kleinkindern erhöhte Vorsicht, solch eine Dosis kann zum Tod führen! Deswegen Augen auf beim Kartoffelkauf! Kaufen Sie bitte nur einwandfreie Ware und lagern Sie dieses Gemüse richtig ein. Oder bauen Sie selbst diesen Alleskönner an.

Der Kartoffelanbau, 1. Schritt

Kartoffeln kann man in große Gefäße und direkt ins Beet einpflanzen. Es ist ratsam, dass Sie nur für die „Aussaat“ SaKartoffelfeldatkartoffeln verwenden bzw. beim Händler einkaufen. Lassen Sie die gewünschte Menge an geplanten Pflanzen ab März zu Hause vorkeimen. Dazu nehmen Sie sich eine große Kiste, legen den Boden mit alter Zeitung aus, füllen gute Blumenerde circa 10 -15 cm tief ein und stecken die Saatkartoffeln 5 cm tief in die Erde. Lagern Sie so die Saatkartoffeln kühl und erstmals hell ein. Kein Frost! Leicht angießen – fertig!

Der Kartoffelanbau, 2. Schritt

Nach zwei bis drei Wochen sprießen die ersten Keime aus der Erde. Sind diese mindestens 5 – 10 cm groß, müssen Sie wieder Erde drüber geben. Nur so viel, dass man die Keime nicht mehr sehen kann. Sind die Keime wieder rausgewachsen, wiederholen Sie den Vorgang, bis Sie die Oberkante Ihrer Kiste mit Erde erreicht haben. Also wählen Sie eine hohe Kiste mit mindestens 40 cm aus. Saatkartoffeln sind weniger anfällig für Krankheiten und sind bereits, je nach früher Sorte, schon nach 100 Tagen erntereif. Also ab Juni/Juli.

Der Kartoffelanbau, 3. SchrittAussaat von Kartoffelpflanzen.

Ab März/April können Sie Ihre vorgekeimten kräftigen Pflanzen direkt ins Beet einsetzen. Bereiten Sie den Boden gut vor und mischen Sie Volldünger unter. Bestens eignet sich Mist oder selbst hergestellter Kompost. Setzen Sie die Jungpflanzen in die vorbereiteten Furchen ein und häufen Sie ringsum gut die Erde an.

Warum häufelt man die Erde an

Die Erde wird angehäufelt, weil man so die Knollen vor Licht schützen muss. Je nach Witterung muss diese Notwendigkeit während der Kultivierung aufgefrischt werden. Denn mit Licht werden die Kartoffeln giftig und enthalten dann das Solanin. Außerdem schützt man so vor kalten Nächten die Knollen/Pflanzen vor Spätfrost. Weiter wird die Wärme in den so genannten Dämmen gehalten. Diese sollten 60 cm in der Breite betragen. Alternativ kann man eine Folie oder Vlies verwenden. Damit deckt man die Bodenregion sauber ab. Verwenden Sie niemals Knollen für die Nachzucht aus der letzten Saison. Sonst müssen Sie außerdem mit einem starken Ernteausfall rechnen.

Pflege, Gießen und DüngenMarienkäfer

So wie es drei Kochgrade gibt, wird unter drei weiteren Kriterien unterschieden. Es gibt Früh,- Mittel,- und Spätkartoffeln. Alle brauchen etwas Pflege.

  • Damm immer wieder anhäufeln
  • Kartoffelkäfer absammeln
  • beginnt die Kartoffel weiß zu blühen, dann hat die Pflanze kleinere Kartoffeln, die Sie ernten können
  • Wässern ist bei Trockenheit sehr wichtig
  • Trockenheit schadet der Pflanze, dass Stomata schließt viel zu früh (an Laubunterseite Öffnung für Gasaustausch)
  • demzufolge findet vermindert die Photosynthese statt – Ertragausfälle!
  • fehlende oder gar mangelhafte Wässerung begünstigt Parasiten und Krankheiten
  • Beginn der Pflege ist der Zeitpunkt, wenn die Pflanzen die Bodenkrume durchstoßen haben (Feldaufgang)Regelmäßig Wasser geben!
  • es beginnt die Entwicklung der reifwerdenden Pflanze und Pflege wird wichtig!
  • Wässern Sie in den Abendstunden, das Wasser verdunstet weniger schnell
  • besserer Schutz gegen Krankheit und Befall, Knollenbildung geht besser vonstatten
  • eine gute Wasserversorgung ist bis zur Ernte notwendig
  • lockerer Boden ist ebenso wichtig

Richtig düngen – so geht´s

Für eine ertragreiche Ernte brauchen Kartoffeln reichlich Nähstoffe und optimale Bodenbedingungen. Es beginnt bereits bei der Vorbereitung des Bodens für die nächste Saison gleich nach der Ernte.

  • alte Pflanzenteile entfernen
  • alte Knollen restlos aus dem Boden holen
  • im Herbst den Boden gut auflockern, Erdschollen bleiben ggf. liegenBiologischer Dünger
  • Humus/Kompost gründlich einarbeiten oder drüber werfen
  • im Frühling wird der restliche Kompost in den Boden eingearbeitet
  • Düngen im Wachstum ist möglich mit biologischem Dünger (Erhalt des Aromas)
  • mit Stallmist oder Hornspänen direkt auf den angehäufelten Damm
  • meiden Sie synthetischen Dünger, obwohl dieser schneller in die Pflanzen gelangt, biologischer Dünger dauert länger
  • Gefahr der Überdüngung und Krankheiten steigt bei künstlichem Düngemittel!
  • Kartoffeln im Wachstum brauchen Schwefel, Phoshat, Kalium, Stickstoff, Wasser und Magnesium
  • Bodenanalyse vor Düngergabe!

ErntezeitHonigbiene an einer Kartoffelblüte.

Beginnend mit der Blütezeit kann schon geerntet werden. Jedoch sind die Knollen noch recht klein. Der ideale Zeitpunkt ist, wenn Sie bis zum Verwelken der Pflanze abwarten. Ist das Laubwerk gelb – braun, dann ist der Reifeprozess ausgereizt. Sie müssen auch nicht lange suchen und ausgraben. Die ersten Knollen lassen sich kurz unter der Oberfläche, senkrecht unter dem Haupttrieb finden.

Jetzt gilt:

  • schnell alles raus aus der Erde
  • Gute und Schlechte trennen/aussortieren
  • nicht lange direktem Sonnenlicht aussetzen
  • etwas säubern
  • und ab ins kühle und dunkle Verlies!

Ein Schädling und zwei Krankheiten die man unter Kontrolle haben mussKartoffelkäfer

Ganz klar sind auch diese alten und beliebten Nutzpflanzen leider nicht vor Krankheit und Befall durch schädliche Insekten gewappnet. Wir müssen nachhelfen und dafür Sorge tragen, dass unsere mühsame Arbeit nicht zerstört wird. Trotz aller Mühe unter Einhaltung der Pflegemaßnahmen gibt es hohe Ertragsverluste. Verursacher sind Viren und Pilze. Diese Erreger überträgt der Mensch und Getier zugleich. Dazu gehört auch unsauerberes Gartenwerkzeug, infiziertes Saatgut und die kleine Blattlaus u.a. auch dazu. Stark eindemmen oder gar vermeiden können Sie das nur mit neu dazu gekauftem „Saatgut“, im Fall der Kartoffel nennt man das „Setzkartoffel“.

Schädling Nummer Eins – Der Kartoffelkäfer

Wer kennt ihn nicht?! Die Rede ist von der Kartoffel und dem gleichnamigen Schädling, dem „Kartoffelkäfer“, Leptinotarsa Kartoffelkultur mit Schädlingsbefalldecemlineata. Er ist der wichtigste Schädling den man kennen sollte. Verursacht wird durch die Larven dieser Blattkäfergattung der Loch,- und Blattrandfraß. Dieses Schadbild verursachen die Junglarven. Die Altlarven hingegen schädigen nachhaltig die Pflanze durch Kahlfraß. Nachdem der Käfer im Boden den Winter überdauert hat, kommt er im Frühjahr aus dem Boden, wenn Sie die Kartoffelpflanzen gesetzt haben. Er wandert auf die Kartoffelpflanze auf und beginnt mit seinem Reifungsfraß.

Nach zwei Wochen ist dieser Prozess beendet und diese Käfergattung legt bis zu 450 Eier pro Käfer-Weibchen ab. Aber ein Käfer kommt nicht alleine! Die Weibchen kommen in Gruppen, bis 25 Stück und legen auf nur einem Blatt ihre Gelege ab. Das ist beachtlich. Die Larven schlüpfen dann an der Blattunterseite schon nach einer Woche. Durchlaufen werden vier Larvenstadien in circa einem Monat. Danach geht es wieder in den Boden zur Verpuppung. Der hinterlassene Schaden an Ihren Kulturen ist nicht zu übersehen, wenn Sie diese Schädlinge nicht abgesammelt haben. Nach sechs Wochen rollt die zweite Käfergeneration über Ihre Kartoffeln. Wieder beginnt der Reifungsfraß der neuen Generation. Und so weiter!Der wohl bekannteste Schädling - der Kartoffelkäfer.

Bekämpfung des Kartoffelkäfers

  • Käfer und deren Larven absammeln und vernichten
  • alle befallenen Laubblätter mit Gelegen entfernen und vernichten
  • Vorsicht, die Gelege sind ähnlich der des Marienkäfers!
  • bei starkem Befall hilft nur ein zugelassenes Insektizid
  • ICH RATE AB, WEIL ES BIENEN AUCH SCHÄDIGT!

Krankheiten

Krankheit Nummer 1 – die Kraut,- und Knollenfäule

Die wohl wichtigste Krankheit ist die Kraut,- und Knollenfäule, verursacht durch den Pilz Phytophthora infestans. Dieser Erreger macht sich gerne an so manchem Nachtschattengewächs zu schaffen. Mit schlimmen Folgen damals. Denn im 19. Jahrhundert gab es den totalen Ernteausfall. Es verhungerten deswegen über 900.000 Menschen in Irland. Tükisch, dieser Erreger überdauert auf der Knolle. Deswegen sollten Sie niemals eigens produzierte Setzkartoffeln verwenden. Hohe Luftfeuchte und Außentemperaturen bis zu 25 Grad schaffen beste Lebensbedingungen für diesen lästigen Pilz.

 Symptome der Kraut,- und Knollenfäule

  • gelb – grüne Flecken auf dem Laub der PflanzeAllrounder!
  • Verfärbung geht schneller ins Dunkle über
  • an der Blattunterseite ist ein weißer Pilzbelag sichtbar (nur zu sehen wenn Blatt nass durch Tau!)
  • Stängel sind befallen, dunkle Stellen die eingefallen und instabil sind
  • Knollen haben dunkelgraue eingesunkene Stellen

Bekämpfung der Kraut,- und Knollenfäule

  • Fruchtfolge einhalten, Pause länger als drei Jahre
  • lockerer Boden – keine Schollen – keine Staunässe
  • nur gesundes Pflanzgut verwenden
  • ständige Kontrolle der Pflanzen auf Befall
  • kranke Pflanzenteile sofort entfernen
  • halten Sie unbedingt den Pflanzabstand ein
  • Ernte verfrüht vorziehen

Krankheit Nummer 2, die Dürrfleckenkrankheit

Alternaria solani - leaf lesions

By Clemson University – USDA Cooperative Extension Slide Series [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Hier sind die Pilzarten Alternaria solani und Alternaria alternata die Übeltäter. Fördernd ist trockene Wärme im Wechsel mit starken Niederschlag.

Symptome der Dürrfleckenkrankheit

  • viele einzeln stehende schwarz – braune Flecken
  • diese sind mehr oder weniger scharf zum gesunden Gewebe abgegrenzt
  • am Laub der Pflanze können diese Flecken auch als Sprühflecken gesehen und identifiziert werden
  • die sogenannte Hartfäule kann auch die Knollen und den Stängel der Pflanze befallen
  • diese beiden Pilze überleben sehr lange in der Knolle

Bekämpfung der Dürrfleckenkrankheit

  • Fruchtfolge einhalten, Pause länger als zwei bis drei Jahre
  • lockerer Boden – keine Schollen – keine Staunässe
  • nur gesundes Pflanzgut verwenden
  • Stängel sind befallen, dunkle Stellen die eingefallen und instabil sind
  • ständige Kontrolle der Pflanzen auf Befall
  • halten Sie unbedingt den Pflanzabstand ein
  • Ernte verfrüht vorziehen

Weitere Schädlinge der Kartoffelkultur –  kurz und knapp

  • Erdraupen
  • Wühlmaus
  • Engerlinge
  • Schnecken jeglicher Art
  • Drahtwürmer
  • Blattlaus

Mein Fazit

Aus Kartoffeln lassen sich viele schmackhafte Gerichte zaubern. Ebenso ist die Verwendung der Kartoffel sehr vielseitig. Ob als Salzkartoffel zu Quark, Chips zum Kinoabend oder leckere Pommes frites für zwischendurch. Die Kartoffel ist ein Allroundtalent. Den Anbau im eigenen Garten kann ich nur empfehlen.

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