Die Malvengewächse – der Hibiskus

Der Garten-Hibiskus

Im Volksmund gerne Roseneibisch genannt, oder kurz Hibiskus, gehört mit fast 680 Arten zu den Malvengewächsen. Diese wunderschönen Ziersträucher, Hibiskus ist nicht giftig!haben ihren Ursprung in den Subtropen Chinas. Die Temperaturen dort liegen auch in den Wintermonaten nur wenige Grad unter der 20er Marke. Das Klima in den Tropen ist das ganze Jahr über trocken bis halbtrocken. Die Verdunstung von Wasser ist dort zum Teil größer als der Niederschlag in trockenen Perioden.

Es gibt aber auch vier Monate im Jahr, die durch Niederschläge geprägt sind. Das sind die besten Voraussetzungen für Halbwüsten, wo sich unser Hibiskus wohlfühlt und angepasst hat. Zur Entstehung dieser Halbwüsten bedarf es einem ständig wiederkehrenden Wechsel, von trockener und feuchter Periode.

Was sind die Merkmale des Roseneibisch?

Aus den Hibiskusarten können Bäume, Sträucher und mehrjährige krautige Pflanzen hervorgehen. Die Blüten der Gewächse stehen nicht zusamHibiskus in der Blütemen, sondern vereinzelt an der Pflanze. Es gibt viele farbenfrohe Sorten, die u.a. sehr gern als Zimmerpflanzen verwendet werden. Die Blüten bestehen aus fünf sich überlappenden Blütenblättern. Die Farben reichen von, weiß, gelb, rosa, lila, blau bis in rote Töne hinein. Es gibt auch mehrfarbige Sträucher zu kaufen, die aus verschiedenen Farben kombiniert ineinander verschlungen gewachsen sind. Nach der Blütezeit entstehen Fruchtkapseln. Sie bestehen aus fünf Fächern, die den Samen enthalten.

Der Hibiskus als Nahrung für Bienen

Wussten Sie schon, das im Spätsommer die Nahrung für zahlreiche Bienenarten nur begrenzt vorhanden ist? Ab Ende Juli, Anfang August gibt es jedoch gerade rechtzeitHummel in einer Hibiskusblüteig üppig blühende Malvengewächse mit Blüten in Hülle und Fülle. Das ist die Gelegenheit für Bienen lebenswichtigen Pollen und Nektar zu sammeln. Hier kommt der bienenfreundliche Roseneibisch und seine vielen Blüten gerade richtig. Denn das brauchen die Bienen nach einem arbeitsreichen Sommer jetzt dringend! Schön anzuschauen ist es, wie sich die Hummeln und Bienen darin in Scharen wälzen.

Die Blütezeit des Hibiskus ist von Juli bis September, wenn die meisten Pflanzen und Stauden bereits verblüht sind. Die Blüten haben zwar nur wenig Nektar, aber um diese Jahreszeit sind die Bienen dankbar für jedes Tröpfchen, um ihre Brut zu ernähren. Dafür gibt es um so mehr hellgelben Pollen. Ein einzelner Hibiskus oder als Hochstamm erzogenes Bäumchen, das Solitär auf dem Rasen steht, macht sich genauso schön, wie eine Sichtschutzhecke bestehend aus mehreren Sträuchern und gemischten Farben. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf der Hibiskus ist die ideale Pflanze als Bienenweide im Spätsommer.

Wachstum und Pflegehinweise

Sie haben sich für eine Sorte des „Freiland“-Hibiskus entschieden? Dann bereiten Sie alles gut für den neuen Standort vor, damit Sie an Ihrem Neuling im Garten eine lange Zeit viel Freude haben werden. Nachfolgend aufgezählt erfahren Sie mehr über die wichtigsten Pflegemaßnahmen. Halten Sie diese ein, so können Sie sich auf die großen malvenähnlichen Blüten, die in allen Farben blühen, erfreuen!

Kommt der neue Standort überhaupt in Frage?

  • Sonnige und windgeschützte Lage?
  • Kann sich der Hibiskus ausbreiten und ungestört wachsen?Hibiskus old yella gelb
  • Wird die ausgewählte Sorte hier dauerhaft gedeihen (Bodenzusammensetzung)?
  • Habe ich einen guten Humusboden in meinem Garten?
  • Ist es durchlässiger Boden, den der Hibiskus braucht?
  • Habe ich die maximale Wuchshöhe von ca. 3 m berücksichtigt?
  • Die Bodenzusammensetzung sollte neutral bis sehr leicht alkalisch sein!
  • In frostreichen Lagen ist für sicheren Frost,- und Windschutz zu sorgen!
  • Für den Frostschutz die Pflanze am unteren Teil mit gut 20 cm Mulch im Winter bedecken!
  • In den ersten vier Jahren den kompletten Strauch mit Vlies vor Kälte schützen!
  • Der Hibiskus treibt erst ab Mai aus, daher den Winterschutz vorerst an der Pflanze belassen (Spätfröste)!

Was braucht der Roseneibisch für ein gutes Wachstum?

Ideale Pflanzzeit ist das zeitige Frühjahr. Sie haben Ihren Hibiskus erfolgreich an einem gut gewählten Ort eingepflanzt? Dann sollten sie diesen jetzt regelmäßig und oft gießen, damit dieser gut Wurzeln schlägt und anwächst. Achten Sie auf Spätfröste und schützen Sie die neue Pflanze davor. Bei Bedarf können Sie ihn gerne etwas Dünger zukommen lassen. Ab Ende Februar, Anfang März können Sie dann, wenn nötig, einen Rückschnitt vornehmen. Haben Sie die Pflegehinweise beachtet, dann können Sie ab Juli das Blütenmeer genießen.

Ist der Hibiskus giftig?

Der Hibiskus oder Roseneibisch ist für Menschen nicht giftig, auch für Kinder und Haustiere wie z.B. Katzen nicht. Eine giftige Dosis kann durch den Verzehr einiger Pflanzenteile nicht erreicht werden. Eine Indikation findet volksmedizinisch statt bei: Kreislaufbeschwerden, Hautleiden, Appetitlosigkeit und als Abführmittel. Aber auch nur, wenn man die Blüten übermäßig einnimmt. Enthalten ist auch Apfel-, Wein-, Zitronensäure und Vitamin C (Ascorbinsäure). Die Blüten werden breitflächig zur Behandlung gegen viele Beschwerden eingesetzt. Zum Beispiel als harntreibendes Mittel und gegen Entzündungen der oberen Schleimhäute der Luft- und Atemwege.

Welche Hibiskusblüten sind für Tee geeignet?

Hibiskustee

By Mokkie (Own work) [CC BY-SA 4.0 ], via Wikimedia Commons

Der Hibiskus findet auch Verwendung als Hibiskustee. Hier werden die getrockneten Blüten der Sorte Hibiscus sabdariffa (Roselle) aus Asien verwendet. Dieser hat eine intensiv rote Färbung. Ist es möglich aus dem eigenen Gartenhibiskus Tee herzustellen? Sie können aus Ihren eigenen Blüten einen Hibiskustee herstellen, wenn sie unbedingt wollen, da dieser nicht giftig ist. Macht aber wenig Sinn, da er nach nichts schmeckt. Den originalen ägyptischen bzw. afrikanischen Hibiskustee erhalten Sie in Ihrer Apotheke und hat wenig mit unserem heimischen Hibiskus zu tun. Man sieht es an der Pflanze im rechten Bild. Als Dekoblüte im Sektglas macht sich unser heimischer Hibiskus jedoch sehr gut.

Der Hibiskustee ist außerordentlich gesund und hat unzählige wissenschaftlich belegte Heilwirkungen.

  1. Hibiskusblütentee verringert Herz-Kreislauf-Erkrankungen und senkt den Blutdruck. Hibiskusblütentee
  2. Er wirkt entwässernd und regt die Nierentätigkeit an.
  3. Bei Diabetes verringert er Blutzuckerschwankungen.
  4. Beugt Krebs vor und kann als therapeutisches Mittel bei Krebsbehandlungen eingesetzt werden.
  5. Bei Frauen wirkt er sich positiv auf hormonelle Störungen aus. Er senkt den Östrogenspiegel.
  6. Hibiskustee hilft bei der Gewichtsreduktion, da die Glukoseaufnahme im Körper verringert wird.
  7. Er hat eine antidepressive Wirkung.
  8. Beugt Netzhauterkrankungen vor.
  9. Hibiskusblütentee hilft bei Erkältungen und senkt das Fieber.
  10. Nicht trinken sollten Schwangere und stillende Mütter den Tee. Ebenso Menschen, die einen niedrigen Blutdruck haben, da er damit ja noch niedriger wird.
  11. Heilwirkungen lassen sich sicherlich noch reichlich weitere recherchieren. Zweifelsfrei ist der Hibiskustee weit mehr als nur gesund und nach dem ich diesen Artikel geschrieben habe eines meiner Lieblingsgetränke. Da seine Wirkung so herausragend ist habe ich dem Hibiskustee Hibiscus sabdariffa L. einen eigenen Artikel gewidmet. Mit ausführlichen Studien und Belegen über die Wirkung von Hibiscus sabdariffa.

Mein Fazit: Der Hibiskustee ist ein erstaunliches Heilmittel und es ist sicher nicht verkehrt, die eine oder andere Tasse zu trinken. Auch als Durstlöscher im Sommer als Eistee oder als Limonade ist er bestens geeignet.

Wie und wann schneidet man einen Hibiskus richtig?

Die Blüten des Hibiskus bilden sich immer an neuen Trieben. Deshalb sollten Sie den Schnitt ab Ende März, vor dem Neuaustrieb vornehmen. Wenn es keine Nachtfröste mehr gibt. Bis zur Blüte hat der Hibiskus dann genug Zeit, um neue Triebe auszubilden. Er wächst kräftiger und bildet mehr Blüten. Junge Pflanzen sollten etwas stärker zurückgeschnitten werden, um eine Verzweigung anzuregen und den jungen Hibiskus dichter wachsen zu lassen.

Was wird aus meinem Roseneibisch, wenn ich ihn nicht regelmäßig zurückschneide?

Wird der Hibiskus nicht regelmäßig geschnitten lässt die Blüte nach. Er wächst nicht mehr dicht und die Blütezeit verkürzt sich. Also keine Angst vor einem Rückschnitt. Schneiden Sie immer mit einer scharfen Garten- oder Astschere um Quetschungen zu verhindern. Setzen Sie die Schere leicht schräg an und schneiden Sie genau über einem nach Außen stehendem Auge.

Die verschiedenen Schnittarten kurz erklärt:

Der Erziehungsschnitt

Wird ein junger Hibiskus gepflanzt oder an einen neuen Standort umgesetzt entfernen sie alle beschädigten und schwachen Triebe. Neue Triebe stark zurückschneiden, dabei sollten 2-3 Knospen stehen bleiben.

Der Erhaltungsschnitt

Mit dem Erhaltungsschnitt sorgen Sie dafür das der Hibiskus seine Form behält. Entfernen Sie kranke und abgestorbene Zweige. Zu dünne oder zu groß gewordene Zweige stark kürzen und nur wenige Augen stehen lassen.

Der Verjüngungsschnitt

Ist Ihr Hibiskus zu groß geworden oder droht er zu verholzen, dann schneiden Sie ihn um ein Drittel zurück. Er dankt es Ihnen mit frischen Trieben, dichtem Wuchs und vielen Blüten. Schwache und dünne Zweige komplett entfernen.

Die Hibiskushecke schneiden

Um eine kompakte und dichte Hibiskushecke zu erhalten schneiden Sie die Hecke um ca. ein Drittel zurück. Dünne und abgestorbene Zweige komplett entfernen. Die Hibiskuspflanzen alle auf eine Höhe schneiden und etwas nach oben anschrägen. So erhalten die Pflanzen mehr Licht.

Hibiskus als Hochstamm ziehen/schneiden

Es ist prinzipiell möglich, aus einem Hibiskusstrauch, einen Hochstamm in wenigen Jahren selbst zu ziehen. Dazu verwenden Sie bitte junge Pflanzen mit einer Höhe von 40 bis 50 cm. Wenn Sie es schön bunt haben wollen, verwenden Sie zwei oder drei unterschiedliche Farben und verschlingen diese zu einer Pflanze. Sie können aber auch nur von einer Hibiskuspflanze alle geraden Haupttriebe vorsichtig flechten und anschließend zusammenbinden. Umso üppiger fällt dann die Krone aus. Am Anfang müssen Sie vor dem Winter die kleinen Pflanzen mit einer Schicht Mulch bedecken und vor Frost schützen. Um einen Hochstamm zu ziehen, lassen Sie den kräftigsten Haupttrieb einfach stehen und entfernen alle anderen unerwünschten Seitentriebe. Stützen Sie diesen Haupttrieb mit einem langen Stützstab aus Alu oder Stahl in den ersten Jahren der Erziehung ab.

Lassen Sie den Hibiskus Hochstamm solange hoch wachsen wie Sie wollen (jedoch max. 2,50 bis 3,00 m sind möglich) und schneiden Sie jedes Jahr wieder alle Triebe vom Haupttrieb ab. Nicht bis ganz hoch denn dort sollen Sie selbst eine Krone bilden! Der Hochstamm ist eigentlich nur eine Verschnittart, wobei das Hauptziel zur Ausbildung einer schicken breiteren Krone gesetzt ist. Je kräftiger sie die Krone zurückschneiden umso dichter wird sie. Es kommt also auf Ihr Können und den Fleiß an, immerzu aufzupassen, dass keine Seitentriebe am Hauptstamm stehen bleiben. Nach wenigen Jahren der Pflege haben Sie so Ihren eigenen Hochstamm erzogen. Haben Sie nicht die Geduld den Hibiskus Hochstamm selbst zu ziehen, dann können Sie in jedem guten Gärtnergeschäft einen Hibiskus-Hochstammn kaufen. Ab dem Kauf ist auch hier der Schnitt und die Pflege besonders wichtig, um das Bild eines Hochstammes zu erhalten. Ich wünsche Ihnen viel Freude und gutes Gelingen!

Geeignete Hibiskusarten für Ihren Garten

  • Garten-Hibiskus Sorte „China Chiffon“ und „White Chiffron“
  • kompakter Strauch, wächst gerade bis 2,00m Höhe,
  • Standort, hell, Sonne, warm
  • Blütezeit von Juni, Juli, August, SeptemberHibiskus mehrfarbig
  • Blütenfarben von rot, lila, rosa, gelb, weiß-rot und blau-violett
  • sehr gut frostverträglich ( aber Jungpflanzen schützen! )
  • Sumpf-Eibisch „Hibiscus moscheutus“
  • buschige Kübelpflanze für den Garten oder die Terrasse zu Hause
  • Standort, windgeschützt und halbschattig
  • Blütezeit von Juli bis einschließlich November
  • Blütenfarben von weiß, rosa und rot
  • frostfrei überwintern bei mindestens 15 Grad!

Empfehlenswerte „weiße Hibiskussorten“ die die Note 2 verdient haben

  • „Red Heart“
  • wächst als Strauch kompakt heran, bis 2,00m Höhe
  • Standort, sonnig bis halbschattig
  • Blütezeit von Juni bis etwa September/Oktober
  • Blütenfarbe weiß-rot

    Hibiskus Red Heart

    Red Heart

  • gut frostverträglich
  • „Totus Albus“
  • Verwendung u.a. als Kübelpflanze oder in Vorgärten, buschiger Wuchs
  • Standort, halbschattig, bedingt volle Sonne
  • Blütezeit von Juli bis einschließlich Mitte Oktober
  • Blütenfarbe, reines Schneeweiß, ohne Basalfleck in der Mitte der Blüte
  • gut frostverträglich
  • „Speciosus“
  • aufrecht wachsender Strauch
  • Standort, sonnig
  • Blütezeit von Ende Juni bis SeptemberHibiscus syriacus William R. Smith weiß
  • Blütenfarbe, weiß mit roten Basalfleck in der Blütenmitte
  • gut frostverträglich
  • „Helena“
  • kleiner Busch, wächst sehr langsam, auch für Kübelpflanzung geeignet
  • Standort, halbschattig, auch mal volle Sonne
  • Blütezeit von Juni bis September
  • Blütenfarbe, rosa-weiße Blüten mit roten Basalfleck
  • frostverträglich

Empfehlenswerte lila-blau Sorten die Note 1 mit Recht tragen:

  • „Blue Bird“, „Purple Ruffles“ und Coelestis“

Empfehlenswerte rot-rosafarbene Sorten die Note 1 mit Recht tragen:Hibiscus syriacus weiß rot

  • „Duc de Brabant“, „Pink Giant“ , „Hamabo“, „Lady Stanley“ und „Woodbridge“

Die blauen und weißen Sorten haben alle sehr gute Freilandeigenschaften und sind sehr gut frosthart. Sie wachsen alle als Strauch in gerader Form bis 2,00m bis 2,50m, vertragen halbschattige bis sonnige Lagen und benötigen normalen bis humusreichen Gartenboden. Alle Hibiskussorten vertragen jedoch keine Staunässe! Lässt er seine Blätter hängen oder verfärben sich diese gelblich, dann sollten Sie ihn düngen und regelmäßig gießen. Ideal ist ein Sand-Erde-Gemisch, mit Zusatz von reichlich gutem Humus.

Gemeine Feuerwanzen am Hibiskus

Vorsicht! Die gemeinen Feuerwanzen zapfen die Knospen des Hibiskus an, saugen sie aus und übertragen etliche Krankheiten und Pilze. Dadurch können ihre Pflanzen geschädigt werden. Mehr über die Feuerwanze, lesen Sie im direkten Beitrag. Gemeine Feuerwanzen.

Mein Fazit! Im Erscheinungsbild und dem minimalen Pflegeaufwand ist der Garten-Hibiskus und seine vielen Sorten, auf jeden Fall eine tolle Bereicherung eines jeden Gartens, und sollte bei keinem in der Sammlung fehlen. Mit seiner farbenfrohen und zahlreichen Blüte zieht er überall Blicke auf sich, und bietet heimischen Bienenarten im Herbst noch reichlich Nahrung!

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2 Antworten

  1. Günther Staib sagt:

    Mach doch bitte mal aus „Vormgebung“ ein „Formgebung“

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