Ein Garten für Fledermäuse

Die lautlosen und flinken Helfer im Garten

Kennen Sie das auch? Sie wollen einen stressigen Tag ausklingen lassen, machen es sich im Garten auf der Hängematte gemütlich, schaueFledermaus7n dabei entspannt in den dunklen Himmel, und bemerken schwarze kleine schnelle Schatten vorbeifliegen. Sie fragten sich sicher auch, was das sein kann. Ich habe es herausgefunden, es sind Fledermäuse, die in der Dämmerung umherfliegen. Zu Hause konnte ich in der Dunkelheit vom Fenster aus einige Exemplare an einer Straßenlaterne beobachten, wie diese dort Insekten und Falter erbeuteten, die in das Licht flogen und umherschwirrten. Also Fledermäuse gibt es noch, hier bei mir in Dittmannsdorf.

Lebensweise und Biologie

Fledermäuse zählen zu den Säugetieren. Für unsere Ohren fast geräuschlos tasten diese Tiere Mithilfe der Echolotortung ihre nähereFledermäuse fliegen aus zur Jagd Umgebung nach potenzieller Beute ab. Dabei senden die Fledermäuse zwischen 30 und 250 Töne in einer Sekunde im hochfrequenten Ultraschallbereich aus. Gefangene Insekten werden direkt aus der Luft mit dem Maul oder der Flughaut eingefangen und gefressen. Aber auch mit ihren Füßen kann die Fledermaus am Boden krabbelnde Insekten greifen. Das funktioniert auch auf der Wasseroberfläche sehr gut.

Fledermäuse verbringen ihr Leben in sehr gut organisierten und stark vernetzten sozialen Verbänden. Weibchen bringen lebende Junge zur Welt, die von ihren Müttern in ganzen Kolonien, den Wochenstuben nämlich, betreut, gesäugt und aufgezogen werden. Die vier Jahreszeiten verbringen die Tiere an unterschiedlichen Orten. Sie wechseln alljährlich zwischen ihren Sommer- und Winterlebensräumen und legen dabei – je nach Art – bis zu 1000 km zurück.

Genau so wie unsere Vögel ziehen einige Arten im Herbst in Richtung Süden und kehren im Frühjahr wieder zurück. Andere Arten halten sich weiter in der Nähe auf und wechseln nur die „Unterkunft“. Im kalten, nahrungslosen Winter schlafen sie mit stark reduziertem Stoffwechsel in frostgeschützten Höhlen, ggf. auch in Baumhöhlen. Im Sommer gehen sie in den Nächten in Wäldern, Parklandschaften und Gärten oder an Gewässern auf Nahrungssuche. Am Tag leben die Fledermäuse gerne in dunklen Baum-Höhlen, hinter loser Rinde eines Baumes oder in auch oft in unseren Dachstühlen.

Die Ökologische Bedeutung der Fledermäuse

Der große Bedarf an Nahrung in Verbindung mit dem Jagdverhalten in der Nacht kennzeichnet die besondere ökologische Bedeutung derFledermaus in einer Höhle Fledermaus als biologisch wertvoller Insektenvernichter. Sie erbeuten große Mengen Insekten wie den Nachtfalter, Käfer, Schnaken und auch nervige und besonders lästige Mücken.

Dabei bevorzugt jede Fledermausart ihre eigenen Insektenarten, die sie in der ihr typischen Art im der Luft oder am Boden erbeutet.

Mit ihrer eingangs beschriebenen Art zu jagen haben sich Fledermäuse den nächtlichen Luftraum erobert und gehen so den tagaktiven Nahrungskonkurrenten (Vögeln) aus dem Weg. Ohne unsere heimischen Fledermäuse können sich die nachtaktiven Insekten ungehindert vermehren. Beispielsweise vertilgt ein einziger Großer Abendsegler zwischen April und Oktober ca. 1 kg Beute, was rund 60.000 Insekten entspricht.

Arten in unseren Gärten

Weltweit sind etwa 900 Fledermausarten bekannt, 24 davon kommen in Deutschland vor. Viele der Höhlenbewohner zieht es heute Fledermaus bei Tagverstärkt in die Städte. Als sogenannte Kulturfolger suchen z.B. Zwerg- und Breitflügelfledermäuse, aber auch die Grauen und Braunen Langohren sowie die Fransen,- und Bartfledermäuse in unseren Siedlungsbereichen nach einem geeigneten Quartier und Jagdrevieren.Die mit 3–5 cm kleinste, relativ häufige heimische Art, die Zwergfledermaus, sucht in einer Höhe von 2–7 m nach Insekten. Die individuellen Jagdreviere liegen meist in einem Radius von bis zu 3 km um die Sommerquartiere. Die weitaus größere Breitflügelfledermaus ist mit einer Körperlänge von max. 8 cm und einer Flügelspannweite von ca. 38 cm fast so groß wie eine Amsel. Ihr Lebensraum erstreckt sich in einem Umkreis von 1–7 km. Sie fliegt dabei in einer Höhe von 3–15 m.

In gut strukturierten Gärten, Streuobstwiesen und Parkanlagen sind Fransenfledermäuse und Bartfledermäuse oder auch Langohren anzutreffen. Das im Süden und Osten Deutschlands vorkommende Graue Langohr, die als „Dorffledermaus“ bezeichnete Gebäudefledermaus, jagt vorwiegend in der Höhe der Baumkronen nach unzähligen Insekten und entfernt sich dabei in etwa 5–6 km von seinem Tagesquartier. Sein naher Verwandter, das Braune Langohr, bevorzugt Höhlen in Bäumen als Unterschlupf und jagt gerne in niedrigen Flughöhen von 0,5–0,7 m. Sein Jagdrevier erstreckt sich auf ca. 1–3 km.

Massive Gefährdung!

Der Bestand der Fledermäuse ist in Deutschland massiv bedroht. Alle 24 heimischen Arten stehen auf der „roten Liste“ der vom Aussterben bedrohten Tierarten in Deutschland, sodass die Tiere leider immer seltener zu beobachten sind. Für den gravierenden Bestandsrückgang sind diverse Ursachen verantwortlich, die zum großen Teil durch uns Menschen verursacht werden, aber einfach abstellbar sind, wenn man auch diese Art und Ihr Überleben unterstützt.

Ursachen für den Rückgang der Population

Hauptsächlich leiden die Tiere unter dem Verlust von Lebensraum durch den enormen Wandel der Landschaft und Fledermaus im Nachtquartierzunehmenden Quartiermangel, also dem Fehlen von höhlen- und spaltenreichen Bäumen. Weitere Gründe für den Rückgang sind:

  • Einsatz von Insektiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln, in dessen Folge Nahrungsmangel und Vergiftung
  • Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln beim Dachausbau
  • Störungen in den Quartieren und Erschöpfungstod
  • Verfolgung und Tötung, Vandalismus in den Winterquartieren
  • Tötung durch Straßenverkehr, Windkraftanlagen etc.
  • Offene Gefäße wie Eimer, Kübel oder Regentonnen, aus denen die Tiere aufgrund des engen Durchmessers nicht wieder selbstständig abheben können. Sie sollten deswegen mit einem Deckel oder Fliegennetz verschlossen werden. Katzen oder Marder, dies gilt besonders für die an Bäumen hängenden Nistkästen Stacheldraht, klebrige Fliegenfallen oder gekippte Fenster, wobei hier die Gefährdung vor allem vom Umgang mit den verletzten Fundtieren ausgeht.

Passende Gärten für Fledermäuse

Wir alle können dem gravierenden Bestandsrückgang dieser wertvollen Insektenjäger mit geeigneten Maßnahmen in unseren Kleingartenanlagen entgegenwirken. Grundvoraussetzungen für den fledermausfreundlichen Garten sind in erster Linie:Verzicht auf PflanzenschutzFledermaus am Baummittel, Strukturreichtum durch Hecken, große und kleine Gehölze, Obstbäume, Pflanzenvielfalt, Wasserflächen, Totholz etc. Vielfalt an Futterpflanzen für Insekten Gegen den Quartiermangel können Sie an Bäumen oder dem Gartenhaus Fledermauskästen (Foto oben) aufhängen.

Die Höhe ist dabei nicht zwingend entscheidend, sollte zum Schutz vor potenziellen Räubern aber zwischen 3 und 5 m liegen. Vorzugsweise sollte der Kasten nach Süden zeigen, jedoch nicht der prallen Sonne (zu starke Erwärmung) ausgesetzt sein. Achten Sie auch darauf, dass der Anflug nicht durch Astwerk o.Ä. versperrt wird. Weitershin sollten Sie bei Sanierungsarbeiten z.B. an Ihrer Laube immer genügend Einschlupfmöglichkeiten, offene Spalten und Ritzen erhalten. Dabei gilt die Faustregel: Wo ein Daumen hineinpasst, ist auch Platz für eine Fledermaus.

Bei der Gartengestaltung und der Pflanzenauswahl sind Platzangebot und Standortfaktoren wie Bodenbeschaffenheit oder Klima unbedingt zu berücksichtigen.
Eine kleine Schlehe bietet rund 150 Insektenarten einen geeigneten Lebensraum. Allein oder in Kombination mit Brennnesseln stellt die Schlehe somit eine der wichtigsten Nahrungspflanzen für heimische Schmetterlingsraupen dar.

Unterstützen Sie Fledermäuse bei der Nahrungssuche, indem Sie geeignete Futterpflanzen für Insekten auswählen. Dabei kommt es aber nicht zwingend darauf an, nur Nachtblüher für Nachtfalter anzupflanzen, sondern auch Futterpflanzen der Larven und Raupen im Fokus zu haben.fliegende Fledermäuse

In Ihrem Garten sollten Sie den Bestand an älteren Bäumen mit Rissen, morschen Stellen, Astlöchern und Höhlen erhalten. Wenn Sie ein Fledermausquartier entdecken, verhalten Sie sich zurückhaltend und vermeiden Sie Störungen.

Die Vielfalt der Pflanzenauswahl und der Gestaltungsmöglichkeiten zugunsten der Fledermäuse zeigt, dass Sie kaum Kompromisse mit den „eigenen“ gestalterischen Ideen eingehen müssen, um den eigenen Garten in einen fledermausfreundlichen Garten zu verwandeln. Die Tiere werden es Ihnen danken, indem sie im Sommer die Schadinsekten in Ihrem Garten dezimieren und Sie mit ihren akrobatischen Flugmanövern überraschen.

Pflanzen für einen fledermausfreundlichen Garten

  • Bartblume (Caryopteris x clandonensis)
  • Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Goldlack (Erysimum cheiri)Rote Lichtnelke
  • Zitronen-Taglilie (Hemerocallis citrina)
  • Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis )
  • Königs-Lilie (Lilium regale)
  • Mondviole (Lunaria redivia)
  • Garten-Levkoje (Matthiola incana)
  • Gemshorn (Matthiola longipetala subsp. bicornis)
  • Gewöhnliche Katzenminze (Nepeta cataria)
  • Gewöhnlich Nachtkerze (Oenothera biennis)
  • Duftende Nachtkerze (Oenothera odorata)
  • Stauden-Phlox (Phlox paniculata Hybr.)
  • Garten-Reseda (Reseda odorata)Weißer Holunder
  • Echtes Seifenkraut (Saponaria officinalis)
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Italienisches Leimkraut (Silene italica)
  • Gewöhnliches Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Kräuterpflanzen
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Borretsch (Borago officinalis)
  • Melisse (Melissa officinalis)
  • Minze (Mentha)
  • Wilder Majoran (Origanum vulgare)
  • Echter Salbei (Salvia officinalis)
  • GehölzeNachtkerze
  • Sommerflieder (Buddleja davidii)
  • Weißdorn (Crataegus monogyna)
  • Liguster (Ligustrum vulgare)
  • Jelängerjelieber (Lonicera caprifolium)
  • Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum)
  • Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
  • Kartoffel-Rose (Rosa rugosa)
  • Bibernell-Rose (Rosa spinosissima)
  • Holunder (Sambucus nigra)
  • Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus)
  • Kleines Immergrün (Vinca minor)
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